Misslungene Tattooentfernung – Ein Fallbeispiel

Ein Tattoo, ein Bild auf der Haut, ist eine Entscheidung: Ein Tattoo ist eben kein Abziehbild, es ist von Dauer. Was aber, wenn die Tätowierung nicht mehr gefällt, die Entscheidung bereut wird oder auch nur ein anderes Motiv gewünscht wird?
Nichts ist beständiger als der Wandel und so steigt nicht nur die Zahl der Tätowierungen ständig an, sondern auch die Zahl derer, die ihr Tattoo entfernen lassen wollen.
Da die Nachfrage bekanntermassen das Angebot bestimmt, gibt es auch immer mehr Personen, welche diese Tattooentfernungen anbieten. Unter diesen Anbietern befinden sich Leute verschiedenster Professionen. Folgendes Beispiel soll aufzeigen, warum es Sinn macht, für eine Tattooentfernung am besten einen spezialisierten Arzt aufzusuchen und was man im Falle einer missglückten Entfernung machen kann.
Die Patientin liess sich ihr Tattoo im Jahr 1996 stechen, bereute dies jedoch nach wenigen Jahren wieder. 2008 entschied sie sich, die Tätowierung entfernen zu lassen und suchte dafür ein Kosmetikstudio auf. Bereits nach der ersten Behandlung begann das Tattoo aufzuschwellen und nach vier Behandlungen war eine deutliche Narbenbildung erkennbar. Die folgenden zwei Bilder sind eigene Aufnahmen der Patientin aus dem Jahr 2009 und zeigen deutlich die Narbenbildung.

Nach acht Behandlungen bei der Kosmetikerin wechselte die Patientin zu einem Hautarzt, welcher die Entfernung in Kombination mit einer Narbenbehandlung fortsetzte. Das Tattoo konnte zu grossen Teilen entfernt werden, die sehr unschöne Narbe jedoch blieb zurück. Dies war der Grund, warum die Patientin im Jahr 2012 Frau Dr. Rümmelein aufsuchte. Die Tätowierung, beziehungsweise die Narbe, sah mittlerweile folgendermassen aus.

Beim weiteren Vorgehen wurde die Behandlung der Narbe in den Vordergrund gestellt, die Entfernung der Restfarbe sollte zu einem späteren Zeitpunkt jedoch auch erfolgen.
Heute, rund fünf Jahre, sieben Narbenbehandlungen und drei Tattoolaser später, sieht der betroffene Oberarm folgendermassen aus.

Die Narbe ist zwar immer noch deutlich sichtbar, sieht jedoch um einiges weniger schlimm aus als fünf Jahre zuvor. Ausserdem bleibt noch zu erwähnen, dass die Patientin innerhalb dieser 5 Jahre eine Behandlungspause von fast 4 Jahren eingelegt hat, die Ergebnisse hätten also auch in wesentlich kürzerer Zeit erreicht werden können.
Wie man anhand dieses Fallbeispiels jedoch gut erkennen kann, kann der Schaden auch nach einer missglückten Tattooentfernung in Grenzen gehalten werden. In aller erster Linie sollte jedoch darauf geachtet werden, bei der Wahl des Behandlers auf eine kompetente, erfahrene Person zurückzugreifen. Am besten lässt man sich die Tätowierung von einem Facharzt mit Fähigkeitsausweis für Laserbehandlungen der Haut entfernen. Wie eine Tattooentfernung von Dr. Rümmelein durchgeführt wird, kann man sich in einem kurzen Video anschauen (Link zum Video). Weitere Infos zu Tattoo- und Permanent Make-Up Behandlungen können Sie der Website der Dr. Rümmelein AG entnehmen (Angebot der Dr. Rümmelein AG).

Dr. Rümmelein zu Gast beim Club auf SRF

Dr. Bettina Rümmelein war neulich zu Gast in der Sendung „Club“ beim SRF zu sehen. Die Diskussion fand unter dem Titel “ Tattoos – gezeichnet fürs Leben“ statt. Die Sendung kann auf der Homepage des SRF in voller länge angesehen werden (Link zu Video).

„Tattoos können zu Verbrennungen führen“

Am 31. Juli 2014 war ein Interview mit Herrn Wichmann, leitender Arzt am Institut für Neuroradiologie des Universitätsspitals Zürich, in der Zeitung 20 Minuten über das Thema Verbrennungen wegen Tattoos bei Magnetresonanztomographien:

 

Wer eine Tätowierung will, denkt wohl kaum an eine Magnetresonanztomographie. Doch bei MRT-Untersuchungen kann man sich wegen des Tattoos die Haut verbrennen.

Ein junger Mann lässt sich in Ibiza ein Tattoo stechen, einige Jahre später muss er sich wegen einer Verletzung am Bein einer Magnetresonanztomographie (MRT) unterziehen. Während er in der Röhre liegt, fängt seine Haut zu schmerzen an und wird rot. Er schlägt Alarm und die Ärzte bringen ihn sofort aus dem Raum. Noch 20 Minuten später wird eine gerötete Schwellung sichtbar, die einer Verbrennung ähnelt. Werner Wichmann, Leitender Arzt am Institut für Neuroradiologie am Universitätsspital Zürich (USZ), erklärt, was hier passiert ist.

Herr Wichmann, ein Mann verbrennt sich während eines MRTs aufgrund seines Tattoos die Haut. Ein Zufall?

Werner Wichmann: Nein, es ist bekannt, dass Tätowierungen bei MRT-Untersuchungen in sehr seltenen Fällen zu Schmerzen, Hautrötungen, Schwellungen oder sogar zu Verbrennungen führen können. Am USZ ist es noch nie dazu gekommen. Die Sicherheitsbestimmungen sind darauf ausgelegt, derartige problematische Fälle zu erkennen und so Verletzungen zu vermeiden.

Wie genau beugt man einer solchen Reaktion vor?

Die Fachpersonen für medizin-technische Radiologie sind für das Thema geschult und sensibilisiert. Sicherheitsmassnahmen beinhalten Fragebogen, Gespräche und Aufklärung der Patienten sowie audiovisuelle Überwachung während der Untersuchung.

Angenommen, es kommt doch zu einer Verbrennung, was dann?

Gegebenenfalls wird die Körperregion vor und nach dem MRT untersucht und eventuell gekühlt. Die Untersuchung kann auch verkürzt oder abgesagt werden. Patienten mit Tätowierungen werden vor dem MRT über Risiken informiert. Ausserdem fordern wir sie auf, einen Alarmknopf zu betätigen, sobald sie Schmerzen verspüren. Dadurch kann der Vorgang gestoppt und Verbrennungen können verhindert werden.

Was geschieht genau mit dem Tattoo während dem MRT?

Die bei der Untersuchung erzeugten magnetischen Felder interferieren mit den Farbpartikeln der Tätowierungen. Dies wird durch Metallteilchen verursacht, die sich in der Tinte des Tattos befinden – übrigens auch im Permanent-Make-up. Diese Teilchen beginnen während dem MRT zu schwingen. Diese Mikrovibration spürt der Patient zwar nicht, sie verursacht aber Hitze. Diese kann zu leichten Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder schlimmstenfalls gar zu Verbrennungen führen.

Gibt es Tattoos, die eher zu Verbrennungen neigen als andere?

Bei frisch gestochenen und grossflächigen Tätowierungen, die Farben mit Metallpartikeln enthalten, ist Vorsicht geboten. Auch wenn sich die Teilchen noch nicht richtig mit der Haut verbunden haben, kann es zu Verbrennungen kommen. Gefährlich sind vor allem alte und unprofessionell gestochene Tattoos, weil diese mehr Metall enthalten.

Wie kann man das Risiko einer Verbrennung minimieren?

Wer sich eine Tätowierung stechen lässt, sollte sich vorab informieren, ob die Farben Metallpartikel enthalten. Nach dem Stechen der Tätowierung sollten die Patienten sechs Wochen zuwarten mit einer MRT-Untersuchung. Wer bereits weiss, dass seine Tätowierung bei einem MRT schmerzt, kann sich mit Geräten untersuchen lassen, welche eine niedrige Feldstärke aufweisen.

Wie oft kommt es denn zu derartigen Verletzungen?

Weltweit sind von 1989 bis 2011 nur zehn Fälle von entsprechenden Schmerzen und Verbrennungen dokumentiert. Am USZ ist mir kein Fall einer Verbrennung aufgrund einer Tätowierung bekannt.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/13717032