Tattoos – ein Problem für Flugbegleiter

In letzter Zeit haben mir immer mehr junge Frauen und Männer, die sich bei einer Fluggesellschaft als Flugbegleiter bewerben wollten, erzählt, dass sie bereits beim Telefoninterview nach der Angabe eines Tattoos ausgeschieden sind. Plötzlich ist ein grosses Problem da, der Berufswunsch, der Traum vom Fliegen und das Tattoo, welches diesem Traum im Wege steht.

Gerade in so einer verzweifelten Situation glaubt man gerne an schnelle Hilfe, aber die seriöse Entfernung eines Tattoos braucht Zeit. Die Q-switched Laser sind das Mittel der ersten Wahl und eine Behandlungszeit von mindestens 5 Behandlungen mit einem Abstand von 6 Wochen ist immer nötig. Das sind 7 1/2 Monate!

Eine Patientin erzähle mir jedoch, dass es bei der Bewerbung gereicht habe, dass sie die Behandlung bereits begonnen habe.

Wenn Ihr/Sie mehr über Flugbegleiter und Tattoos lesen möchten empfehle ich den Blog http://forum.flugbegleiter.net/viewtopic.php?f=34&t=22152

Das Lasern ist schmerzhafter als das Tätowieren

Artikel in der Zürichsee-Zeitung (Freitag, 28. Januar 2011)

Bettina Rümmelein, Dermatologin im Medical Center Sanitas in Kilchberg und Vizepräsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für medizinische Laseranwendungen

«Das Lasern ist schmerzhafter als das Tätowieren»

Lassen sich viele Tätowierte ihren Körperschmuck wieder entfernen?

Bettina Rümmelein: Sehr viele. Ich würde sagen, 50 Prozent aller Personen, die ein Tattoo tragen, wollen es wieder loswerden. Die Patienten im Spital Sanitas und im Universitätsspital zusammengerechnet, entferne ich etwa 30 Tätowierungen pro Woche.

Was sind die Gründe, weshalb man ein Tattoo wieder loswerden will?

Häufig sind es berufliche oder persönliche Probleme. Stewardessen der Swiss zum Beispiel dürfen an Handund Fussgelenken keine Tätowierungen tragen. Auch bei der Bewerbung auf eine Stelle im Verkauf könnte sich ein Tattoo nachteilig auswirken.

Was können Tattoos für persönliche Probleme generieren?

Tattoos werden oft als unseriös wahrgenommen. Oder man fühlt sich nicht mehr als derjenige, der sich das Tattoo stechen liess. Manchmal erinnert die Tätowierung an den unlieben Grund, wieso man sich dafür entschieden hatte.

Nennen Sie doch ein paar Beispiele.

Eine junge Frau erzählte mir, sie habe sich selber tätowiert als Protest gegen den neuen Freund der Mutter. Ein Mann, der eine Glatze bekam, wollte sich ein etwas freundlicheres Aussehen verleihen und liess sich Bienen und Blumen auf den Arm tätowieren. Er erkannte seinen Fehler schon beim Stechen. Ein junger Kosovare liess sich den Namen seiner Freundin eintätowieren und führte dies bei seinen Eltern als Argument für eine Heirat mit der nicht genehmen Braut an. Die Braut war es dann aber, die ihm zur Entfernung riet.

In welchem Alter sind die Leute, die Sie aufsuchen?

Über 90 Prozent sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und wollen ein frisch gestochenes Tattoo schnell wieder loswerden. Zunehmend sind auch solche darunter, die ein permanentes Make-up entfernen lassen müssen.

Wie funktioniert das?

Mit einem sogenannten Q-switched- Laser zertrümmern wir die Pigmente in der Haut. Das dauert bei einem mittelgrossen Tattoo etwa fünf Minuten.

Das klingt schmerzhaft.

Es ist wesentlich schmerzhafter als das Tätowieren, denn die Haut spürt den Hitzeimpuls, schlimmstenfalls entstehen kleine Blasen. Anschliessend wird die Haut gekühlt und dann verbunden. Danach sollte die Haut eine Weile vor der Sonne geschützt werden. Die nächste Behandlung darf in frühestens sechs Wochen erfolgen.

Es braucht mehrere Behandlungen?

Mit der Entfernung eines etwa handtellergrossen Tattoos ist man etwa ein Jahr beschäftigt – mindestens fünf Behandlungen sind notwendig.

Und dann ist es komplett weg?

Ein Schatten oder ein leichter Schmutzfleck bleibt gelegentlich bestehen. Einige Farben lassen sich ganz schlecht oder gar nicht sprengen. Um dies festzustellen, mache ich immer einen Probelaser. Man kann dadurch eine Prognose abgeben, wie viele Behandlungen nötig sein werden.

Wie viel kostet es, sich ein Tattoo entfernen zu lassen?

Pro Behandlung, die eine halbe Stunde dauert, verrechne ich etwa 400 Franken. (rau)

Geschichte des Tattoos

Heute gelten Tätowierungen als Schmuck oder Style. Früher wurde das Tätowieren als Sitte oder Brauch verstanden. Denn Tätowierungen wurden schon bei Mumien und bei Ötzi gefunden. Das Volk der Polynesier wird immer wieder als Erfinder der Körperbemalung genannt. Dabei kann man gar nicht genau sagen, wer das Tätowieren erfunden hat, denn diese Form des Körperschmuckes gab es eigentlich schon zu allen Zeiten in beinahe jeder Gesellschaft. Es ist unklar, woher und wo sich das Tätowieren schwerpunktmässig entwickelt hat. Bei den Polynesiern hatte das Wort „tatau“ die Bedeutung von „Zeichen“ oder „zeichnen“. Das englische Militär benutzt seit dem 17. Jahrhundert und auch heute noch ein ähnlich klingendes Wort „tattow“, was soviel wie „Zapfenstreich“ heißt. Die Vermutung liegt also nahe, dass aus „tattow“ irgendwann „tattoo“ wurde. Zumal es ja anfangs meist Seefahrer und Soldaten waren, die sich tätowieren ließen und diese Begriffe häufig brauchten.

Warum die Seefahrer? Weil sie als vermutlich erste mit den Körperbemalungen auf Ihren Reisen in Kontakt kamen und dort den begriff des „Tatauirens“ von den Polynesiern hörten. In Polynesien war es nicht nur üblich, sondern auch notwendig, geschlechtsreife Mädchen zu kennzeichnen, also zu tätowieren. Sie galten dann als heiratsfähig und besonders attraktiv. Ein nicht tätowiertes Mädchen war somit noch zu jung zum heiraten und wurden von den Männern auch nicht angerührt. Aber auch Jungen wurden mit ca. 12 Jahren tätowiert. Bei ihnen ging es aber nicht darum, die Heiratsfähigkeit zu dokumentieren, sondern sie nun als würdige Männer oder Krieger für Ihren Stamm auszuweisen. Dabei war das Tätowieren niemals ein einmaliger Akt, sondern es wurde eigentlich zu Lebzeiten immer weiter betrieben. Zur damaligen Zeit konnte man noch die einzelnen Motive den jeweiligen Meistern / Tätowierern zuordnen. Jeder im Stamm, der tätowieren konnte (damals mit Holzkämmen und Nadeln aus Knochen), hatte sein eigenes Spezialmotiv. So brachte Kapitän Cook einen Insulaner aus Tahiti namens Omai von einer seiner Reisen mit nach Hause. Dieser war von Kopf bis Fuss tätowiert und wurde auf sämtlichen Jahrmärkten in Cooks Heimat wegen seiner Kunstwerke bestaunt und bewundert. Er wurde herumgereicht und es wurden sogar Romane und Theaterstück geschrieben, die sich mit seinen Körperbemalungen befassten. Das trug natürlich erheblich zur Verbreitung des Tattoos am Körper bei, denn immer mehr Menschen, die die Tätowierungen am Körper Omais bestaunt hatten, wollten nun auch eine solche haben und ihre Körper damit verschönern.

Doch auch aus anderen Ländern gibt es Hinweise und Belege für die Bemalungen des menschlichen Körpers mit Tattoos. Anfänglich und teilweise auch heute noch üblich ist bei afrikanischen Völkern das Einritzen von Wunden und Einschmieren der Wunde mit Russ oder Dreck und die Wundheilung zu verzögern oder Narbenbildung hervorzurufen. Dies ist auch eine Form der Tätowierung, die Narbentätowierung.

Lasertherapie: Was kann man erwarten?

Trotz modernster Technik verschwindet ein Tattoo leider nicht über Nacht. Zwischen diesen beiden Bildern liegen 3 Behandlungssitzungen im Abstand von ca. 4 Wochen. Wer sich für eine Tattoolaserbehandlung entscheidet, braucht also Geduld. Wenn die Behandlung dieser Patientin abgeschlossen ist, werden wir das entsprechende Bild präsentieren.

Tattoo-Entfernung: So lieber nicht!

Dieses Bild wurde mir von einer Patientin übermittelt, die telefonisch über heftige Schmerzen bei der Behandlung und starke Blutungen danach berichtet hatte. Ihre Frage war: „Muss das so sein?“ – Nein, so sollte eine frisch behandelte Stelle sicher nicht aussehen. Das Ergebnis einer Tattoobehandlung hängt zum einen von der Qualität der verwendeten Geräte, zum anderen von der Erfahrung des Behandlers ab. Um unerwünschte Nebenwirkungen möglichst ausschliessen zu können, biete ich in meiner Praxis Probelaserbehandlungen für CHF 90.- an. Die Behandung setzt auch immer ein ausführliches Erstgespräch zur Abklärung möglicher Probleme und Interferenzen voraus.